AIO solar AG

Grindel 41, 6017 Ruswil

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Die meisten Schweizer Solarfirmen sagen nicht, woher ihre Wechselrichter und Batteriespeicher stammen. AIO solar AG aus Ruswil tut es: Die Firma schreibt, sie lege "einen hohen Wert auf in Europa entwickelte und hergestellte Leistungselektronik" und setze beim Einsatz von Solarmodulen, Wechselrichtern und Batteriespeichern gezielt auf europäische Hersteller, um eine "maximale Energieausbeute mit einem hohen Eigenverbrauch" zu ermöglichen. Wichtig für die Einordnung: Die Website sagt nicht, dass ausnahmslos jede verbaute Komponente europäischer Herkunft ist, sondern beschreibt es als einen hohen Stellenwert innerhalb der eigenen Beschaffung, eine Nuance, die für Interessenten mit einer klaren, strikten Herkunftsanforderung an die Hardware durchaus relevant sein kann.

Standort und Positionierung

AIO solar AG sitzt in Ruswil "mittig im Rottal", wie die Website selbst schreibt, und positioniert sich als "langjähriger und zuverlässiger Partner für professionelle Photovoltaik-Lösungen in der Zentralschweiz". Die Firma begleitet Kundschaft nach eigener Beschreibung von der persönlichen Beratung über die individuelle Planung bis zur fachgerechten Installation und laufenden Optimierung der Anlage.

Leistungsspektrum

Das Angebot gliedert sich in mehrere Bereiche. Bei den Solaranlagen selbst unterscheidet AIO solar zwischen Wohngebäude, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft sowie Fassadenanlagen, deckt also nicht nur das klassische Einfamilienhausdach ab. Beim Batteriespeicher wirbt die Firma damit, für Wohnhaus, Gewerbe und Landwirtschaft je ein individuell abgestimmtes Konzept zu erarbeiten. Unter Optimierungen fasst AIO solar Energiemanagementsysteme, Warmwasseraufbereitung, E-Mobilität sowie Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch in den Varianten ZEV, vZEV und LEG zusammen. Dazu kommen Wartung und Unterhalt inklusive Reinigung der Anlage, ein Punkt, den viele Anbieter in der Branche gar nicht getrennt ausweisen.

Auf der Startseite betont AIO solar zudem ausdrücklich, eine PV-Anlage sollte heute nicht mehr als isolierte Stromerzeugungsanlage betrachtet werden, die möglichst viel Strom einfach ins Netz einspeist, sondern als System, das intelligent ins ganze Gebäude eingebunden wird. Die Optimierung des Eigenverbrauchs bringe neben dem wirtschaftlichen Vorteil auch eine Entlastung des öffentlichen Stromnetzes, so die Website. Diese Sichtweise zieht sich durch das gesamte Leistungsspektrum: Batteriespeicher, Warmwasseraufbereitung und E-Mobilität werden nicht als separate Zusatzverkäufe dargestellt, sondern als Bausteine desselben Gesamtsystems.

Track Record: über 500 Anlagen

Auf der eigenen Seite schreibt AIO solar, die eigenen Mitarbeitenden hätten "bis heute" weit über 500 Solaranlagen geplant und installiert. Bemerkenswert ist die genaue Formulierung: Es ist die Rede von planen UND installieren, nicht bloss von Verkaufen oder Vermitteln, was auf einen Betrieb hindeutet, der die Umsetzung selbst in der Hand behält statt sie an Subunternehmer weiterzugeben. Eine genaue Aufschlüsselung nach Anlagentyp oder Kanton liefert die Website an dieser Stelle allerdings nicht, die über 500 Anlagen sind eine Gesamtzahl über alle Jahre und alle Kundensegmente hinweg, ohne separate Zahlen für Wohngebäude, Gewerbe oder Landwirtschaft.

Der Wissensbereich: Bewilligungen, Förderung, Ertrag

AIO solar beantwortet auf der eigenen Startseite mehrere praktische Fragen, statt sie nur im Beratungsgespräch zu klären. Zu Bewilligungen schreibt die Firma, für Photovoltaikanlagen gelte schweizweit eine generell kostenlose Meldepflicht; denkmalgeschützte Gebäude benötigten dagegen eine Baubewilligung, Fassadenanlagen müssten wegen unterschiedlicher Gemeindevorgaben individuell beurteilt werden, und zusätzlich sei ein technisches Anschlussgesuch beim zuständigen Elektrizitätswerk nötig. Zu Fördermitteln nennt die Website den einmaligen Bundesbeitrag, die sogenannte Einmalvergütung (EIV), aufgeteilt in drei Programme: die Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV) mit einer Leistung von weniger als 100 kW, die Einmalvergütung für grosse Anlagen (GREIV) ab 100 kW Leistung sowie die hohe Einmalvergütung (HEIV) für Anlagen zwischen 2 kW und 149.99 kW ohne Eigenverbrauch. Zum erwarteten Ertrag schreibt AIO solar, je nach Wetter, Standort und Ausrichtung der Module seien rund 700 bis 1'200 kWh pro kWp realistisch, eine Bandbreite statt eines einzelnen Versprechens.

Eigenverbrauch optimieren

Zur Optimierung des Eigenverbrauchs zählt die Website mehrere Wege auf: ein Batteriespeicher zum Zwischenspeichern überschüssigen Stroms, das Beheizen der Heizung oder die Erwärmung von Brauchwasser mit Solarstrom, das Laden eines Elektrofahrzeugs sowie Modelle wie lokale Elektrizitätsgemeinschaften oder Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch, über die überschüssiger Solarstrom laut eigener Darstellung auch direkt an umliegende Liegenschaften verkauft werden kann.

Was die Website nicht verrät

Zu konkreten Kosten für ein Einfamilienhaus schreibt AIO solar ausdrücklich, das sei "sehr individuell" und hänge von vielen Faktoren ab, eine Offerte gebe es erst nach Erstgespräch und Vor-Ort-Besuch. Eine Preisspanne oder ein Beispielprojekt mit Kosten nennt die Website nicht. Ebenso fehlt eine Mitarbeiterzahl in Worten und ein Gründungsjahr in Ziffern, die Website beschreibt sich nur relativ als "langjährig". Wer solche Eckdaten für einen Anbietervergleich braucht, muss sie im direkten Gespräch erfragen. Kontakt läuft über die Telefonnummer 041 666 78 00 oder ein Kontaktformular, ausserdem verlinkt die Website einen eigenen Login-Bereich, ohne diesen näher zu beschreiben, vermutlich ein Kundenportal für bestehende Anlagenbesitzer, was aber auf der Startseite selbst nicht erklärt wird.

Für wen sich AIO solar eignet

AIO solar passt zu Bauherrschaften in der Zentralschweiz, die neben dem klassischen Einfamilienhaus auch grössere oder ungewöhnlichere Objekte im Blick haben, etwa ein Fassadensystem, eine landwirtschaftliche Anlage oder ein Gewerbedach, und die Wert auf europäische Herkunft der zentralen Komponenten legen, auch wenn diese Herkunft laut Website ein "hoher Stellenwert" statt eine strikte Ausschlussregel ist. Der ausführliche Wissensbereich zu Bewilligungen und Förderprogrammen ist zudem für alle nützlich, die sich vor dem ersten Gespräch selbst einlesen wollen, unabhängig davon, ob sie am Ende bei AIO solar bauen. Für ein Projekt, das ausschliesslich preisgetrieben ausgeschrieben wird, ohne Rücksicht auf die Herkunft der Komponenten, dürfte AIO solar dagegen nicht der günstigste Vergleichspunkt sein, weil die eigene Positionierung explizit auf Qualität und Herkunft statt auf den tiefsten Preis setzt.

Fazit

AIO solar ist ein Zentralschweizer Installateur mit einer nach eigenen Angaben klaren Präferenz für europäische Module, Wechselrichter und Speicher, einem breiten Leistungsspektrum von der Fassade bis zur Landwirtschaftsanlage und einem Track Record von weit über 500 selbst geplanten und installierten Anlagen. Die Betonung auf europäischer Herkunft der Elektronik ist im Schweizer Solarmarkt kein Standardargument, viele Mitbewerber nennen ihre Zulieferer gar nicht oder werben stattdessen primär mit Preis oder Geschwindigkeit. Der Wissensbereich zu Bewilligungen, Förderprogrammen und Ertragserwartung ist ungewöhnlich konkret für eine Firmenwebsite und ersetzt einen Teil der Recherche, die Interessenten sonst selbst bei Bund und Kanton leisten müssten. Wer eine belastbare Preiseinschätzung will, kommt allerdings nicht um das persönliche Erstgespräch herum, das die Website selbst als notwendigen nächsten Schritt beschreibt, inklusive eines Besuchs vor Ort, bevor überhaupt eine Offerte erstellt wird.

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