CKW AG
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CKW ist zunächst kein Solarbetrieb, sondern der Stromversorger der Zentralschweiz, und wer bei CKW eine Photovoltaikanlage anfragt, bekommt das auch so zu spüren: Die Beratung sitzt neben Netzbetrieb, Gebäudetechnik und einer eigenen ICT-Sparte im selben Konzern.
Wer hinter der Website steht
Herausgeberin von ckw.ch ist laut Impressum die CKW AG mit Sitz an der Täschmattstrasse 4 in 6015 Luzern. Die CKW-Gruppe, zu der laut Impressum neben der CKW AG auch die EWS AG, die Steiner Energie AG, die CKW Gebäudetechnik AG, die CKW Fiber Services AG und die Sicuro Central AG mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften gehören, beschreibt sich selbst als eine führende Schweizer Anbieterin integrierter Energie- und Gebäudetechniklösungen. Zahlen dazu nennt CKW auf der eigenen Über-uns-Seite: über 200'000 Endkunden werden mit Strom versorgt, rund 2'000 Mitarbeitende arbeiten für die Gruppe, davon rund 350 Lernende. Zur eigenen Geschichte schreibt CKW dort nur, sie versorge die Zentralschweiz bereits seit über 125 Jahren mit Strom, von der Turbine bis zur Steckdose. Eine genaue Gründungsjahreszahl nennt die Website an keiner geprüften Stelle, weder auf der Startseite noch im Impressum oder auf der Über-uns-Seite, weshalb dieser Text bewusst keine Jahreszahl im Feld für das Gründungsjahr trägt: "seit über 125 Jahren" ist eine relative Zeitspanne, kein Datum.
Photovoltaik als eine Sparte unter vielen
Für Solarinteressierte gibt es auf ckw.ch eine eigene Kachel mit dem Titel Photovoltaik Beratung, mit dem Versprechen, zu klären, wie sich eine Solaranlage für das eigene Haus oder das eigene Unternehmen lohnt. Damit richtet sich CKW anders als viele reine Solarfirmen ausdrücklich sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden, ohne die beiden Zielgruppen auf getrennte Angebotsseiten zu verteilen. Auf der Startseite bewirbt CKW ihr Solargeschäft aktuell über eine Kampagne mit dem Zentralschweizer Schwingerkönig Joel Wicki, der laut CKW auf ein intelligentes Zusammenspiel von Solaranlage, Ladestation, Wärmepumpe und Batteriespeicher setzt, damit Solarstrom rund um die Uhr verfügbar wird, auch fürs eigene Zuhause. Das ist in erster Linie eine Imagekampagne und keine technische Spezifikation, zeigt aber deutlich, als welches Bündel CKW eine Solaranlage verkaufen möchte: nicht als Einzelprodukt, sondern zusammen mit Ladeinfrastruktur, Wärmepumpe und Speicher.
Was CKW von einem reinen Photovoltaikinstallateur unterscheidet, ist der Rest des Angebots, der auf der Website unter drei grossen Rubriken sichtbar wird. Unter Energie stehen neben Strom und Solar auch ZEV, vZEV und LEG, Wärmeverbunde, Netz und Infrastruktur, Batteriespeicher und Energiehandel. Unter Gebäudetechnik kommen Wärmepumpen, Gebäudeautomation, Elektromobilität, Alarm- und Sicherheitssysteme sowie klassische Elektroinstallationen dazu, alles Sparten, die ein spezialisierter Solarbetrieb normalerweise nicht selbst im Haus hat. Unter ICT-Lösungen listet CKW zusätzlich Modern Workplace, IT-Security, Datacenter Services und Connectivity Services. Wer bei CKW eine Solaranlage bestellt, kauft damit im Grunde bei einem Betrieb ein, der dieselbe Adresse potenziell auch für Alarmanlage, Elektroinstallation oder Firmennetzwerk anschreiben könnte.
Was auf der Website an Substanz fehlt
Zu den konkreten Bedingungen der Photovoltaikberatung selbst bleibt ckw.ch auffallend knapp. Weder ein Richtpreis noch eine typische Anlagengrösse noch eine Amortisationszeit sind auf den geprüften Seiten zu finden, das Angebot besteht im Kern aus der Aufforderung, ein Beratungsgespräch zu vereinbaren, plus dem allgemeinen Hinweis, dass sich eine Anlage lohnen könne. Wer vergleichbare Zahlen sucht, um mehrere Offerten gegeneinander abzuwägen, bekommt sie auf der Website nicht, sondern erst im persönlichen Gespräch. Stattdessen setzt CKW auf redaktionelle Hintergrundartikel, die sogenannten CKW-Storys, etwa zum neuen Vergütungsmodell für Solarstrom, zu dynamischen Stromtarifen oder dazu, wie Solaranlagen und Elektroautos das Netz verändern. Das ist ein Format für allgemeine Aufklärung, nicht für die konkrete Kaufentscheidung, was zu einem Konzern passt, der Energie in erster Linie als Vollversorgerin verkauft und Photovoltaik als eine mögliche Ergänzung daneben anbietet. Wer sich zusätzlich über die Firma informieren möchte, kann eine Führung durch die CKW Energiewelt, das firmeneigene Besucherzentrum, direkt über die Website anfragen.
MyCKW und der digitale Kundenservice
Über den Login-Bereich MyCKW verwaltet die Kundschaft ihr Konto direkt online, und die Startseite verlinkt daneben eine Reihe von Schnellzugriffen, die zeigen, wie CKW den Alltag rund um den Stromvertrag organisiert: einen Umzug online melden, die Stromrechnung und Zahlungsmodalitäten nachschlagen, aktuelle Störungen einsehen oder melden, häufig gestellte Fragen durchsuchen, offene Stellen bei CKW einsehen und die Energiewelt besuchen. Für Solarkundschaft heisst das konkret, dass eine einmal installierte Anlage in dieselbe digitale Infrastruktur eingebunden wird, über die auch der reguläre Stromvertrag läuft, statt über ein separates Portal eines kleineren Installateurs. Ergänzend zu den bereits erwähnten CKW-Storys über das Vergütungsmodell und dynamische Tarife veröffentlicht CKW auch technisch konkretere Beiträge, etwa einen über eine mit Photovoltaik ausgestattete Fassade im Fahrwerk Winterthur, unter dem Titel "Die Wand produziert mit: Strom von der Fassade im Fahrwerk Winterthur", sowie einen allgemeineren Beitrag dazu, wie Solaranlagen und Elektroautos gemeinsam das Stromnetz verändern. Das zeigt, dass CKW Photovoltaik nicht nur als Verkaufsprodukt behandelt, sondern auch als Thema für die eigene Netzplanung, was zur Doppelrolle des Unternehmens als Verkäuferin und Betreiberin des Verteilnetzes passt.
Für wen sich CKW eignet
CKW passt am ehesten zu Kundschaft, die ohnehin schon Strom oder Wärme von CKW bezieht und die Solaranlage lieber bei einem bekannten, regional fest verankerten Grossanbieter planen lässt, statt bei einem kleinen, spezialisierten Solarbetrieb eine zusätzliche Geschäftsbeziehung aufzubauen. Wer ein Gesamtpaket aus Solaranlage, Ladestation, Wärmepumpe und Batteriespeicher sucht, wie es die Kampagne mit Joel Wicki bewirbt, findet bei CKW einen Ansprechpartner, der alle vier Bereiche unter einem Dach führt und die Anbindung ans eigene Stromnetz gleich mitregelt, weil CKW als Netzbetreiberin für die Region ohnehin zuständig ist. Für Geschäftskunden, die neben der Solaranlage auch Elektroinstallationen, Alarmsysteme oder IT-Infrastruktur wie Datacenter- oder Connectivity-Dienste benötigen, kann die Bündelung bei einem einzigen grossen Anbieter administrativ einfacher sein, als mehrere Verträge mit spezialisierten Einzelfirmen zu koordinieren.
Wer dagegen gezielt einen reinen Photovoltaikspezialisten sucht, der auf der eigenen Website schon Richtpreise, Anlagengrössen oder Amortisationszeiten nennt, findet dazu bei den kleineren, spezialisierten Anbietern in diesem Verzeichnis mehr Detailtiefe. CKW punktet stattdessen mit ihrer Grösse, der über 125-jährigen Präsenz in der Region und der Möglichkeit, eine Solaranlage direkt in eine bestehende Kundenbeziehung für Strom, Wärme oder Gebäudetechnik einzubetten. Für Haushalte und Betriebe, die ihre gesamte Energie- und Gebäudetechnik lieber bei einer einzigen, seit Langem etablierten Adresse in Luzern bündeln, statt mehrere Spezialfirmen zu koordinieren, ist das ein reales Argument, auch wenn es die fehlenden Preisangaben auf der Website selbst nicht wettmacht. Wer sich für CKW entscheidet, sollte die konkreten Zahlen zur eigenen Anlage darum aktiv im Beratungsgespräch einfordern, statt sie von der Website zu erwarten.