BE Netz AG
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BE Netz AG an der Luzernerstrasse 131 in Luzern beschreibt sich selbst als grösstes unabhängiges und inhabergeführtes Solarunternehmen der Schweiz, und die eigene Firmengeschichte liefert dafür ungewöhnlich viele Belege. Alles begann 1994, als Adrian Kottmann die Einzelfirma kottmann energieprojekte gründete und eine erste Solarstromanlage mit 10 kWp baute. 3 Jahre später folgte eine 16.5-kWp-Anlage in Zürich, die zu einem Preis von CHF 1.23 pro Kilowattstunde 20 Jahre lang Strom produzierte und laut BE Netz bis heute zuverlässig läuft, eine der ältesten noch aktiven Photovoltaikanlagen der Firma. Der erste Montage-Mitarbeiter Beat Wolfisberg kam 1999 dazu, der erste Projektleiter Julien Floris 2001. Im Jahr 2000 wurde aus der Einzelfirma die kottmann energie ag, die 2002 mit dem Schweizer Solarpreis für ihre Pionierarbeit ausgezeichnet wurde. 2004 folgte die Umbenennung in BE Netz AG, damals noch mit 7 Mitarbeitenden am Sitz in Luzern.
Von der Einzelfirma zur Unternehmensgruppe
Was danach kommt, liest sich wie eine Chronik des Schweizer Solarmarkts. 2009 war BE Netz baubeteiligt am Stadion Gründenmoos der St. Galler Stadtwerke, wieder mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. 2010 zog die Firma nach Ebikon um, gründete die KKLB Energie Akademie Beromünster und gewann mit einer Anlage auf der Kerzenfabrik Fischer in Root den 20. Schweizer Solarpreis. 2011 realisierte BE Netz auf dem Dach der Umwelt Arena Spreitenbach die nach eigenen Angaben grösste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage der Schweiz, und 2012 gewannen gleich 4 von BE Netz gebaute Anlagen den Solarpreis, vom Einfamilienhaus in Buchrain bis zum Fabrikgebäude der Renggli AG in Schötz. 2014 kamen 2 neue Tochterfirmen dazu, die BE Netz Energie AG und die Audito AG, dazu die Übernahme von 32 Solaranlagen von Edisun Power AG und eine Fachveranstaltung namens Sonne bewegt mit 300 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft.
Die eigentliche Konsolidierung kam ab 2016: BE Netz baute in Luzern-Littau ein Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien mit rund 100 Arbeitsplätzen, das Energiehaus Luzern, in das die Firma 2019 selbst einzog. Dazwischen, 2017, übernahm BE Netz die Mehrheit an der alsol ag alternative energiesysteme in Frauenfeld, die zu diesem Zeitpunkt bereits über 600 eigene Anlagen realisiert hatte und seit 25 Jahren im Photovoltaikgeschäft aktiv ist. 2018 beteiligte sich BE Netz an der Egon AG in Zürich, die Mess- und Verrechnungsdienstleistungen für Solarstrom anbietet, und 2020 kam der Schaltanlagenbau als neue eigene Sparte dazu. Heute besteht die BE Netz Gruppe damit aus mindestens 5 Gesellschaften: BE Netz AG selbst, alsol ag, Audito AG, BE Netz Energie AG und der Beteiligung an Egon AG, ergänzt durch das Energiehaus Luzern als gemeinsame Plattform.
Was BE Netz heute anbietet
Das Kerngeschäft bleibt die Photovoltaik, für Ein- und Mehrfamilienhäuser ebenso wie für Gewerbe- und Industriebauten, inklusive gebäudeintegrierter Indach- und Fassadenlösungen. Dazu kommen Batteriespeicher mit Eigenverbrauchsoptimierung, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletanlagen sowie Monitoring, Service und Wartung nach der Installation, bis hin zu Schadensanalysen, Reinigung und Rückbau alter Anlagen. Wer keine eigene Anlage finanzieren will, kann über die Tochtergesellschaft BE Netz Energie AG eine Dachfläche zur Verfügung stellen: BE Netz baut und finanziert die Photovoltaikanlage selbst und der Dacheigentümer bezieht den produzierten Solarstrom zu Marktpreisen zurück, ohne eigene Investition. Einen konkreten Preis oder eine Amortisationszeit nennt die Website dafür nicht, ebenso wenig für die reguläre Kauflösung.
Rund 75 Mitarbeitende tragen dieses Angebot heute, eine Zahl, die BE Netz selbst nennt, und die Website stellt einen Teil davon mit Namen und Funktion vor: Bruno Gabriel als Projektleiter Photovoltaik, Mattias Baumberger als Leiter Engineering, Pascal Birrer als Solartechniker im Bereich SmartEnergy+, Caroline Meyer als Projektleiterin im selben Bereich, dazu Elektroinstallateure, Servicetechniker und mit Gian Jurt auch ein lernender Solarinstallateur EFZ. Das zeigt ein Unternehmen, das nicht nur verkauft, sondern auch selbst ausbildet.
Wie breit das Projektspektrum tatsächlich ist, zeigt die laufende Projektberichterstattung auf der eigenen Website. Ein aktuelles Beispiel ist der 48-Meter-Turm des ehemaligen Futtermühlenbetriebs in Sempach Station, den BE Netz zu einem eigenen kleinen Solarkraftwerk umgebaut hat, ein Projekt, das mit einer gewöhnlichen Dachanlage auf einem Einfamilienhaus wenig gemeinsam hat. Daneben berichtet die Firma über Photovoltaiklösungen für die Viscosistadt, ein grösseres Bauensemble, sowie über ihre eigene Teilnahme an Branchenanlässen wie der AWG-Generalversammlung 2026. BE Netz beschreibt sich selbst als fest in der Zentralschweiz verankert, aber schweizweit tätig, und spezialisiert auf Projekte unterschiedlichster Grösse, von kleinen privaten Anlagen bis zu komplexen Grossprojekten im gewerblichen Umfeld. Diese Spannweite, vom Turm eines Industriegebäudes bis zum klassischen Einfamilienhausdach, ist etwas, das kleinere, rein regional tätige Solarfirmen in diesem Verzeichnis in dieser Form nicht anbieten können.
Eine Unstimmigkeit bei der aktuellen Führung
Ein Punkt verdient Erwähnung, weil er die Website selbst betrifft: Der einleitende Absatz der eigenen Firmengeschichte nennt als heutige Geschäftsleitung das Team Marius Fischer, Janine Brunner und René Künzli. Weiter unten auf derselben Seite, im Meilenstein für 2025, beschreibt BE Netz jedoch eine Nachfolgeregelung, bei der Marius Fischer, Andreas Ruch und René Künzli die Führung der BE Netz Firmengruppe übernehmen, Janine Brunner wird dort nicht mehr genannt. Ob Andreas Ruch die dritte Position neben Fischer und Künzli inzwischen übernommen hat oder beide Angaben nebeneinander gültig sind, lässt sich von aussen nicht klären. Wer sich auf eine bestimmte Ansprechperson in der Geschäftsleitung verlassen möchte, sollte das vor einer Zusammenarbeit direkt bei BE Netz nachfragen.
Für wen sich BE Netz eignet
BE Netz passt am besten zu Bauherrschaften, die einen Anbieter mit langer, öffentlich nachvollziehbarer Erfolgsbilanz suchen und die Zusatzoptionen wie Dachvermietung ohne eigene Investition, Schaltanlagenbau oder eine unabhängige technische Prüfung durch die Konzernschwester Audito AG schätzen. Die Kombination aus 1994 als Gründungsjahr, mehreren Auszeichnungen mit dem Schweizer Solarpreis und einer eigenen Gruppe mit 5 Gesellschaften spricht für ein Unternehmen, das grössere und technisch anspruchsvollere Projekte gewohnt ist, nicht nur die klassische Aufdachanlage auf dem Einfamilienhaus. Wer dagegen ausschliesslich eine schnelle, unkomplizierte Standardofferte ohne Firmengeschichte und Zusatzangebote sucht, findet diese möglicherweise bei einem kleineren, stärker regional ausgerichteten Betrieb.
Unterm Strich ist BE Netz einer der am besten dokumentierten Anbieter in diesem Verzeichnis: kaum eine andere Firma legt ihre eigene Entwicklung von der Einzelfirma bis zur Unternehmensgruppe so detailliert offen, inklusive Jahreszahlen, Auszeichnungen und Mitarbeiterzahlen. Das schafft Vertrauen bei einer Investition, für die Kundinnen und Kunden sonst kaum eine Möglichkeit haben, die Erfahrung eines Anbieters unabhängig zu prüfen.