EWS AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Wer bei EWS nach Batteriespeichern sucht, stösst schnell auf einen Satz, der aufhorchen lässt: «Der grösste Batteriespeicher der Schweiz, unterhalten von EWS.» Gemeint ist der BESS Ingenbohl, eine Anlage mit 28 MWh Speicherkapazität, die laut EWS die Netzstabilität im nationalen Stromnetz unterstützt. Das Unternehmen beschreibt auf seiner Website, wie es die Speicherkapazität dieser Anlage erweitert und einen neuen Trockentransformator für die Netzanbindung installiert hat, und bietet Interessierten sogar eine Führung vor Ort an. Bei grösseren Projekten dieser Grössenordnung kann EWS eigenen Angaben zufolge auf die Unterstützung von Axpo und CKW zählen, den beiden anderen grossen Energiekonzernen der Region, wobei CKW im gleichen Verzeichnis ebenfalls als eigenständiger Solaranbieter geführt wird.
EWS AG mit Sitz an der Gotthardstrasse 6 in Ibach (SZ) ist der Energieversorger für den Talkessel Schwyz und Umgebung. Auf der eigenen Website beziffert sich das Unternehmen selbst: Es beliefert 24'000 Kundinnen und Kunden über mehr als 1000 Kilometer Leitungsnetz und beschäftigt insgesamt über 200 Mitarbeitende, die intern als «Team Rot» auftreten. Das Geschäft reicht dabei deutlich über Strom und Solar hinaus, von Glasfaserinternet über Schaltanlagenbau bis zu Alarm- und Sicherheitssystemen, was EWS zu einem der breiter aufgestellten lokalen Versorger in diesem ganzen Verzeichnis macht.
Zwei verschiedene Sparten, die beide mit Speichern zu tun haben
Eine Präzisierung zur eigenen Kategorisierung ist hier nötig, weil die Navigation der Website auf den ersten Blick etwas anderes suggeriert, als sie tatsächlich zeigt. Photovoltaik firmiert bei EWS unter «Solar & Energiespeicher» und liegt zusammen mit Elektroinstallationen im Bereich Gebäudetechnik, der sich an Privathaushalte und Hauseigentümerschaften richtet. BESS (Battery Energy Storage Systems) dagegen ist als eigenständiges Angebot unter «Netz- und Infrastrukturbau» einsortiert, einem separaten Bereich, der sich laut Website an Netzbetreiber, Industrie und Gewerbe sowie grössere Energieprojekte richtet, nicht an private Solarkundschaft. Beide Sparten drehen sich also um Speicherung, aber sie sind organisatorisch getrennt und bedienen unterschiedliche Zielgruppen: Ein Einfamilienhaus bekommt seinen Heimspeicher über «Solar & Energiespeicher», während der 28-MWh-Grossspeicher in Ingenbohl im industriellen BESS-Geschäft läuft.
Für Privathaushalte betreut ein eigens benanntes Solarteam innerhalb von Team Rot die gesamte Kette von der Dachprüfung bis zur fertigen Anlage. Auf der Solarseite sind unter anderem Florian Büeler und David Philipp als Projektleiter erneuerbare Energien aufgeführt, Martin Schuler als Leiter erneuerbare Energien, Sandro Schwegler als Leiter Ausführung PV-Anlagen sowie Lino Föhn als Leiter Service erneuerbare Energien, dazu weitere Monteure und ein Lernender. Diese namentliche Auflistung mit Rollen und teils direkten Telefonnummern zeigt, dass hinter dem Solargeschäft ein mehrköpfiges, klar strukturiertes Team steht statt einer einzelnen Kontaktperson. Das Angebot selbst gliedert sich in drei Bausteine: Photovoltaikanlagen von der Dachprüfung bis zur eigenen Anlage, Energiespeicher für mehr Unabhängigkeit am Abend, sowie eine Solarreinigung mit entmineralisiertem Wasser, die EWS ausdrücklich auch für Anlagen anderer Installateure anbietet. Für eine erste Einschätzung verweist die Website auf den Online-Solarrechner des Bundesamts für Energie, mit dem sich in wenigen Minuten abschätzen lässt, wie viel Strom das eigene Dach oder die Fassade produzieren könnte.
Direkte Einspeisung oder Eigenverbrauch
EWS erklärt auf der Solarseite auch, welche zwei grundsätzlichen Wege es für produzierten Strom gibt. Bei der direkten Einspeisung fliesst der gesamte Strom ins öffentliche Netz, was sich laut Website für Produzentinnen und Produzenten eignet, die den ökologischen Mehrwert vollständig vermarkten wollen. Beim Eigenverbrauch wird der Strom in erster Linie selbst genutzt, allein oder in einer Eigenverbrauchsgemeinschaft, und die Website weist ausdrücklich darauf hin, dass eine höhere Eigenverbrauchsquote die Amortisationszeit einer Anlage verkürzt, ohne dabei eine konkrete Zeitspanne oder einen Frankenbetrag zu nennen. Eine feste Rückliefervergütung oder ein Anlagenpreis stehen auf keiner der gesichteten Seiten, EWS verweist stattdessen auf weiterführende Informationen zu Abrechnungslösungen und auf eine unverbindliche, kostenlose Beratung, bei der offenbar erst die individuellen Zahlen für das jeweilige Dach besprochen werden.
Was EWS im Batteriespeichergeschäft konkret anbietet
Für Netzbetreiber, Industrie- und Gewerbekunden sowie Betreiber grösserer Energieprojekte beschreibt EWS sein BESS-Angebot in vier Schritten: Beratung und Analyse des Energiebedarfs, Planung und Konzeptentwicklung eines passenden Systems, fachgerechte Implementierung und Inbetriebnahme, sowie laufende Wartung und Langzeitbetreuung mit präventiven Inspektionen, Batteriemanagement und Sicherheits- und Brandschutzchecks. Ein wiederkehrendes Argument ist dabei das sogenannte Peak Shaving: Weil viele Unternehmen hohe Netzentgelte zahlen, weil sie kurzfristige Lastspitzen erzeugen, sollen Batteriespeicher diese Spitzen kappen und so Kosten senken, während sie gleichzeitig das Netz stabilisieren und, in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, die Eigenverbrauchsquote verbessern. Zur Anlage in Ingenbohl selbst verweist EWS zusätzlich auf einen Artikel im Energiejournal von Energie Schweiz, erschienen in der Ausgabe vom Juni 2025, der die Anlage als Video und Magazinbeitrag einem breiteren Publikum vorstellt, ein Hinweis darauf, dass das Projekt auch ausserhalb der eigenen Website Beachtung findet.
Diese zwei Kundengruppen, private Hausbesitzerschaften auf der einen und Netzbetreiber oder Industriebetriebe auf der anderen Seite, laufen auf der Website klar getrennt: Wer als Privatperson eine Solaranlage mit kleinem Heimspeicher sucht, landet beim Team Rot und einer kostenlosen, unverbindlichen Beratung. Wer dagegen ein mehrstelliges Megawattstunden-Projekt für ein Unternehmen oder einen Netzbetreiber plant, landet in der Infrastruktur-Sparte, wo EWS explizit mit Erfahrung, individuellen Lösungen und starken Partnern wie Axpo und CKW wirbt. Für eine Leserschaft, die nur ein Einfamilienhaus im Talkessel Schwyz mit Solarstrom versorgen will, ist die grosse BESS-Anlage in Ingenbohl daher vor allem ein Kompetenznachweis und weniger ein Angebot, das sie direkt in Anspruch nehmen würde, aber sie zeigt, dass EWS auch im industriellen Massstab mit Batterietechnik umzugehen weiss und nicht nur kleine Heimspeicher verkauft.
Für wen sich EWS eignet
EWS passt zu Hauseigentümerschaften in Schwyz und Umgebung, die eine Solaranlage samt Speicher und Reinigungsservice von einem bereits etablierten lokalen Versorger mit persönlich benanntem Team wollen, statt von einem anonymen Vermittler. Wer sich zusätzlich für die technische Seite grösserer Speicherprojekte interessiert, findet mit dem BESS Ingenbohl ein konkretes, öffentlich dokumentiertes Referenzprojekt, das sich sogar besichtigen lässt, allerdings über eine andere Abteilung als das gewöhnliche Solargeschäft für Privatkundschaft. Wer stattdessen nur einen groben Richtpreis für eine Hausanlage sucht, ohne vorher ein Beratungsgespräch zu führen, wird auf der Website nicht fündig: EWS klärt Kosten und Wirtschaftlichkeit erst im persönlichen Kontakt mit dem eigenen Team Rot, nicht über eine öffentliche Preistabelle. Dasselbe gilt für Unternehmen, die sich für ein industrielles Speicherprojekt interessieren: Auch dort verweist die Website konsequent auf ein persönliches Gespräch statt auf eine Kostenschätzung zum Nachlesen.