Plan-E AG

Luzernerstrasse 131, CH-6014 Luzern · seit 2023

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Bis 2023 gehörte die unabhängige Fachplanung fest zu BE Netz, dem bekannten Berner Anbieter für Solaranlagen und Energiesysteme. Dann übernahm das Team der eigenen Ingenieurabteilung diesen Bereich in einem Management-Buy-Out und gründete die Plan-E AG als eigenständiges Unternehmen. Alle Projektleiter der bisherigen Ingenieurabteilung wechselten mit, die neue Firma startete also nicht bei null, sondern mit einem eingespielten Team und laufenden Mandaten im Rücken. Geführt wird sie seither von drei Co-Geschäftsleitern, Stephan Roth, Samuel Summermatter und Andreas Ammann, die laut eigener Darstellung jahrelange Erfahrung in leitenden Positionen mitbringen.

Der Sitz liegt an der Luzernerstrasse in Luzern, das Geschäftsmodell ist aber bewusst nicht das eines Installationsbetriebs. Plan-E versteht sich als unabhängige Fachplanerin: Wer hier anfragt, bekommt keine Offerte für eine bestimmte Modulmarke oder einen bestimmten Wechselrichter, sondern eine technische Planung, die anschliessend ausgeschrieben und von einem beliebigen Installateur umgesetzt werden kann. Diese Unabhängigkeit ist der eigentliche Kern des Angebots, und sie erklärt auch, warum ein Teil der Kundschaft aus der Baubranche selbst kommt. Installationsfirmen ohne eigene Auslegungs- und Ausschreibungsabteilung beauftragen Plan-E, ihre Projekte technisch auszuarbeiten, während die Firma selbst nicht montiert und dadurch keinen Anreiz hat, ein Projekt grösser oder teurer zu planen als nötig.

Das Angebot deckt den gesamten Lebenszyklus einer Anlage ab, nicht nur die Planungsphase. Bei der reinen PV-Planung reicht das Leistungsspektrum von der Bauherrenberatung und Portfolioanalysen über Strategieentwicklung, was Plan-E selbst als SIA-Phase 11 einordnet, bis zur eigentlichen Fachplanung und Projektleitung in den SIA-Phasen 21 bis 33. Dazu kommen Ausschreibungen nach SIA-Phase 41 sowie Baukontrollen, Qualitätssicherung und Bauleitung in den Phasen 51 bis 53. Wer die SIA-Systematik nicht kennt: Das ist die Schweizer Norm, nach der Bauprojekte in Vorstudie, Projektierung, Ausschreibung und Realisierung gegliedert werden, und Plan-E bewirbt explizit, in jeder dieser Phasen mandatiert werden zu können, nicht nur als Gesamtpaket. Für Installateure, die selbst keine Kapazität für die technische Auslegung haben, bietet die Firma diese Planungsleistungen separat an.

Mehr als Photovoltaik

Der zweite Geschäftsbereich, die integrale Energieplanung, geht über die reine Solaranlage hinaus. Hier plant Plan-E Systemintegration und technische Netzwerke, Energiekonzepte für ganze Areale und Grossbezüger inklusive Netzintegration, Batteriespeicher, Energiemanagementsysteme sowie Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV, vZEV) und lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Auch Elektromobilität, Elektroplanung, Nahwärmeverbünde sowie Wärmeerzeugung und -speicherung gehören dazu. Der eigene Anspruch: Energieproduktion, grosse Verbraucher und Speichersysteme im Gebäude sollen als ein System gedacht werden, nicht als Einzelprojekte, die zufällig nebeneinander existieren. Das ist ein Angebot, das sich klar an Eigentümer grösserer Liegenschaften, Arealentwickler und institutionelle Bauherren richtet, weniger an das klassische Einfamilienhaus.

Der dritte Bereich, Betrieb von Energiesystemen, setzt nach der Inbetriebnahme an: Betriebsoptimierung, Anlagenkontrollen, Monitoring, Verwaltung von Produktionsanlagen, Repowering und Grossreparaturen sowie Consulting für Eigentümer von Solaranlagen. Auch das Vertragswesen im Contracting fällt in diesen Bereich. Die eigene Formulierung dazu ist unprätentiös: Man kümmere sich um den Betrieb der Energieproduktionsanlage der Kundschaft. In der Praxis heisst das, dass Plan-E auch für Anlagen tätig wird, die eine andere Firma gebaut hat, solange der Betrieb technisch professionell begleitet werden soll.

Referenzprojekte

Zwei Referenzprojekte zeigen, wie unterschiedlich die Mandate ausfallen können. Das erste liegt buchstäblich auf einer Autobahn: die überdachte Rontalbrücke bei Buchrain, eine wichtige Verbindung zwischen Ebikon, Dierikon und der Autobahnauffahrt Buchrain. Plan-E nutzt hier die eigene Logik, dass Infrastrukturbauten für die Energieproduktion prädestiniert sind, konkret die Brücke und den angrenzenden Tunnel. Das zweite Projekt ist eine Wohnüberbauung in Egliswil im Kanton Aargau, Hostez: Auf fünf Satteldächern wurden beidseitig dachintegrierte Solarmodule mit dezentralen Einspeisepunkten realisiert. Die Gemeinde stellte gestalterische Anforderungen, unter anderem zur Reflexion der Module, was zeigt, dass hier nicht einfach Standardmodule aufs Dach geschraubt wurden, sondern ein Projekt mit baurechtlichen Auflagen sauber durchgeplant werden musste.

Was das Angebot nicht ist

Wer eine Preisliste sucht, wird auf der Plan-E-Website nicht fündig. Weder für die Planungsdienstleistungen noch für ein typisches Projektvolumen nennt die Firma öffentlich einen Betrag, was bei einem Ingenieurdienstleister mit individuell zugeschnittenen Mandaten wenig überrascht, aber für die Budgetplanung bedeutet: Ohne ein persönliches Erstgespräch lässt sich der Aufwand nicht seriös schätzen. Auch zur Grösse des Teams oder zur Zahl der laufenden Projekte macht die Firma keine belastbare öffentliche Aussage in Zahlen, auch wenn die Referenzliste auf der eigenen Website deutlich mehr Projekte auflistet, als auf der Startseite gezeigt werden.

Im Vergleich zu einem klassischen Installationsbetrieb aus der Region ist Plan-E kein Anbieter, den man für ein einzelnes Einfamilienhausdach anruft. Wer zehn Module aufs Garagendach möchte, ist bei einem lokalen Installateur meist schneller und günstiger bedient, schon weil dessen Planung im Montagepaket enthalten ist. Der Wert von Plan-E zeigt sich dort, wo die Fragestellung komplexer wird als eine einzelne Dachfläche: bei Arealen mit mehreren Gebäuden, bei Infrastrukturbauten, bei Eigentümern, die eine Zweitmeinung zur technischen Auslegung wollen, oder bei Installationsfirmen, die ein grösseres Mandat angenommen haben und die Planung dafür auslagern müssen. Die Unabhängigkeit von einem bestimmten Modul- oder Wechselrichterhersteller ist in diesen Fällen ein echter Vorteil, weil die Empfehlung nicht durch eine Handelsmarge verzerrt wird.

Der Nachteil dieser Aufstellung liegt auf der Hand: Wer sowohl Planung als auch Montage aus einer Hand möchte, muss bei Plan-E zusätzlich einen Installationsbetrieb organisieren oder die Ausschreibung selbst begleiten, auch wenn Plan-E genau diese Ausschreibung als Dienstleistung anbietet. Für institutionelle Bauherren, Gemeinden, Arealentwickler und Installationsfirmen mit Kapazitätsengpass ist das kein Hindernis, sondern der Punkt. Für die Eigentümerin eines einzelnen Einfamilienhauses ist ein direkter Installateur mit eigener Planungsabteilung in aller Regel der einfachere Weg.

Für wen sich das lohnt

Die eigene Aufteilung der Leistungen in klar benannte SIA-Phasen ist mehr als Fachjargon: Sie erlaubt es einer Bauherrschaft, Plan-E nur für einen Ausschnitt eines Projekts zu engagieren, etwa nur für die Strategieentwicklung in Phase 11, während eine andere Firma später die Ausführung übernimmt. Das ist ein Modell, das aus dem klassischen Hochbau kommt und dort seit Jahrzehnten funktioniert, in der Photovoltaik aber noch nicht selbstverständlich ist, weil die meisten Anbieter Planung und Montage bewusst bündeln. Wer als Gemeinde, Genossenschaft oder Immobilienfirma ein Portfolio mehrerer Liegenschaften auf Solarpotenzial prüfen lassen will, findet in den angebotenen Portfolioanalysen genau dieses eng abgegrenzte Leistungspaket, ohne sich gleich auf eine Ausführungsfirma festzulegen.

Am eindrücklichsten zeigt sich der Ansatz an der Rontalbrücke: Eine Autobahnbrücke ist kein Gebäude mit einem Dach, sondern eine Infrastruktur mit eigener Statik, eigenen Sicherheitsauflagen und einem Betreiber, der nicht in erster Linie an Solarstrom denkt. Ein reiner Installationsbetrieb hätte für ein solches Projekt vermutlich gar keine Anfrage erhalten, weil es ausserhalb des üblichen Rasters aus Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Gewerbedach liegt. Genau in dieser Nische, wo ein Bauwerk zuerst als Energieproduktionsfläche gedacht werden muss, bevor überhaupt über Module gesprochen wird, liegt der Unterschied zwischen einer Fachplanerin wie Plan-E und einem Handwerksbetrieb, der von der Auftragslage her auf Wohnbauten spezialisiert ist.

Unter dem Strich ist Plan-E kein Anbieter für die schnelle Offerte übers Wochenende, und das ist auch nicht der Anspruch. Wer eine komplexe Liegenschaft, ein Areal oder eine Infrastruktur mit mehreren Beteiligten technisch sauber durchplanen und anschliessend unabhängig ausschreiben lassen will, bekommt hier ein Team, das genau diesen Prozess seit der Zeit bei BE Netz kennt und seit der eigenständigen Gründung 2023 in eigenem Namen weiterführt.

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