enerGIS3D GmbH

Obriedenstrasse 4, 6463 Bürglen UR

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Die meisten Solarfirmen schicken jemanden mit Massband und Leiter aufs Dach. enerGIS3D aus Bürglen UR schickt eine Drohne. Das Unternehmen, das unter der Adresse solar-management.ch auftritt, hat sich auf BAZL-konforme Drohnenvermessung als Grundlage für die gesamte Planung spezialisiert und wirbt damit, jede Anlage digital geplant, präzise umgesetzt und normgerecht dokumentiert zu liefern. Nach eigener Angabe sind so bereits mehr als 150 PV-Projekte schweizweit umgesetzt worden.

Wie die Vermessung funktioniert

Der Grundgedanke: Ein Vermessungsflug dauert in der Regel rund 30 Minuten, während eine traditionelle Vermessung mit Gerüst oder Hubsteiger mehrere Stunden bis Tage braucht. Weil die Drohne vollständig vom Boden aus gesteuert wird, muss laut enerGIS3D niemand aufs Dach, was das Absturzrisiko senkt und bei schwierigem Gelände oder steilen Dächern trotzdem funktioniert. Jede Vermessung liefert ein hochauflösendes 3D-Modell mit Punktwolke, Orthofoto und Geländemodell, mit einer angegebenen Genauigkeit von plus/minus 1 Zentimeter. Die Ergebnisse sind laut eigener Aussage innerhalb von 2 bis 3 Werktagen nach dem Flug vollständig aufbereitet und lassen sich in gängige Formate wie SketchUp, AutoCAD oder PDF exportieren. Aus diesen Daten entsteht die eigentliche Modulbelegung nach IEC 62548 und die String-Auslegung gemäss NIN-Norm, inklusive Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Wer noch nicht so weit ist, direkt einen Drohnenflug zu buchen, kann zuerst eine kostenlose Richtofferte anfordern. Diese wird ohne Drohnenflug aus amtlichen Sonnendach-Daten erstellt und enthält Leistung, Ertrag, Förderung und einen Richtpreis für das konkrete Dach, wahlweise für Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie oder öffentliche Gebäude. Das ist ein niedrigschwelliger erster Schritt, der aber ausdrücklich nur Richtwerte liefert, keine verbindliche Offerte.

Fünf Schritte bis zur fertigen Anlage

enerGIS3D beschreibt den Weg zur Anlage in fünf Schritten. Auf die Erstberatung mit Bedürfnisanalyse und einer ersten Wirtschaftlichkeitseinschätzung folgt die digitale Vermessung mit 3D-Planung. Danach übernimmt die Firma die Projektadministration: Anmeldung beim Netzbetreiber, Baubewilligung falls nötig, kantonale Meldung sowie die Pronovo-Prozesse für Herkunftsnachweise und Einmalvergütung. Erst danach beginnt die eigentliche Installation und der Systemaufbau. Für die Montage selbst ist wichtig: enerGIS3D installiert die DC-Seite mit einer eigenen NIV-Art.-14-Zertifizierung, während die AC-Installation mit geprüften Partner-Elektrikern koordiniert wird, die Firma montiert die Gleichstromseite also im eigenen Haus, die Wechselstromseite gemeinsam mit externen Elektrofachleuten. Den Abschluss bildet die Abnahme mit DC- und AC-Sicherheitsnachweisen (SiNa), vollständiger technischer Dokumentation und der Einweisung ins Monitoring-System.

Neben Neuanlagen bietet die Firma auch Service und Fehleranalyse für bestehende PV-Anlagen an: IV-Kurven-, Isolations- und String-Messungen, Thermografie zur Erkennung von Hotspots und Defekten sowie eine Bewertung von Degradation und Ertragsverlusten. Das richtet sich an Eigentümerinnen und Eigentümer, deren Anlage schon einige Jahre läuft und deren Ertrag nachlässt, ohne dass die Ursache klar ist.

Partner statt Alleingang

Bei der Materialwahl arbeitet enerGIS3D mit benannten Partnern zusammen statt alles selbst anzubieten: Schätzle AG für die Projektkoordination, AVIA Solar und AVIA Volt für Module und Speicher im Premium-Segment, sowie smart-me für das Energiemanagement in Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch. Die Firma selbst bezeichnet sich als hundert Prozent unabhängig, was zur Drohnenvermessung passt: Wer zuerst neutral vermisst und dann plant, hat weniger Anreiz, eine bestimmte Modulmarke durchzudrücken, unabhängig davon, ob sie zum Dach passt.

Ein Detail, das auffällt: Die Website läuft unter solar-management.ch, die Kontaktadresse in der Fusszeile lautet aber info@energis3d.com, und auch das Impressum nennt die enerGIS3D GmbH als Firma. Für die Kundschaft ändert das nichts an der Erreichbarkeit, zeigt aber, dass die Marke offenbar auf zwei Domains geführt wird.

Was die Website nicht verrät

So detailliert der Ablauf beschrieben ist, so wenig verrät die Firma über sich selbst: Es gibt keine öffentlich genannte Zahl zur Grösse des Teams, kein Gründungsjahr in Ziffern und auch keinen festen Preis pro Kilowattpeak. Die Richtofferte nennt zwar einen Richtpreis, der aber dachspezifisch berechnet wird und sich nicht pauschal wiedergeben lässt. Wer konkrete Zahlen zu Ertrag, Förderung und Preis für das eigene Dach will, muss also das Formular ausfüllen, ein allgemeiner Vergleichswert steht auf der Seite nicht.

Im Vergleich zu einem Installateur, der die Vermessung klassisch mit Leiter und Massband erledigt, spart die Drohnenlösung vor allem Zeit auf beiden Seiten: weniger Termine vor Ort, schnellere Auswertung, und ein 3D-Modell, das sich auch für spätere Erweiterungen der Anlage weiterverwenden lässt. Der Kompromiss liegt darin, dass ein einzelner Drohnenflug bei sehr kleinen oder sehr einfachen Dächern einen Mehraufwand bedeuten kann, der sich erst bei komplexeren Dachformen, Verschattungssituationen oder grösseren Liegenschaften wirklich auszahlt. Wer ein simples Satteldach ohne Verschattung hat, bekommt möglicherweise beim klassischen Vor-Ort-Termin genauso schnell ein brauchbares Ergebnis.

Für alle anderen, insbesondere für Eigentümerinnen und Eigentümer mit komplexeren Dächern, mehreren Gebäuden oder dem Wunsch nach lückenloser digitaler Dokumentation für spätere Wartung, ist enerGIS3D ein Anbieter, der die Planungsphase spürbar technischer und nachvollziehbarer macht als das Bauchgefühl vieler kleinerer Betriebe. Die Kombination aus neutraler Vermessung, normgerechter Planung nach IEC und NIN sowie eigener NIV-Art.-14-Zertifizierung für die DC-Installation deckt die technisch anspruchsvollen Teile des Prozesses selbst ab, während die AC-Seite bewusst an geprüfte Partner geht statt an ungeprüfte Drittfirmen.

Auch für Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch

Wer plant, den erzeugten Solarstrom nicht nur selbst zu nutzen, sondern mit Mieterinnen oder Nachbargebäuden zu teilen, findet bei enerGIS3D über die Partnerschaft mit smart-me auch die technische Seite eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) abgedeckt. Das ist ein Bereich, den viele kleinere Installationsbetriebe an Drittfirmen auslagern, weil er eigene Messkonzepte und eine eigene Abrechnungslogik braucht. Bei enerGIS3D gehört er zum Partnernetzwerk und damit zum Angebot, statt eine separate Baustelle für die Kundschaft zu werden.

Auch nach der Inbetriebnahme bleibt die Firma sichtbar präsent: Die Website bewirbt ein Live-Monitoring der eigenen Anlage direkt auf der Startseite, sodass sich der Ertrag jederzeit online nachvollziehen lässt, statt nur einmal jährlich in einer Abrechnung aufzutauchen. Zusammen mit den bereits erwähnten Service-Leistungen, also Isolationsmessungen, Thermografie und der gezielten Suche nach Ertragsverlusten, entsteht ein Angebot, das nicht am Tag der Montage endet, sondern die Anlage über die Betriebsjahre hinweg begleitet. Für eine Technologie, die über zwanzig oder mehr Jahre laufen soll, ist das ein Unterschied, der sich erst nach einigen Jahren auszahlt, den man aber schon bei der Anbieterwahl mitdenken sollte.

Am Ende bleibt der Eindruck einer Firma, die ihre Nische klar gewählt hat: nicht die billigste Offerte, sondern der nachvollziehbarste Prozess. Wer bereit ist, den ersten Schritt über die kostenlose Richtofferte oder einen Vermessungsflug zu gehen, statt sofort eine feste Zahl zu verlangen, bekommt dafür ein Ergebnis, das sich technisch begründen lässt und nicht auf einer groben Schätzung vor Ort beruht.

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