WWZ
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WWZ ist keine junge Solarfirma, die erst kürzlich ins Photovoltaikgeschäft eingestiegen ist. Das Unternehmen versorgt die Bevölkerung und Wirtschaft im Kanton Zug und den umliegenden Gebieten bereits seit 1892 mit Energie, Telekommunikation und Wasser, mit Wurzeln, die laut eigenen Angaben bis 1878 zurückreichen, als der ursprüngliche Zweck die Wasserversorgung der Stadt Zug war. Auf der eigenen Website beschreibt sich WWZ als Gruppe, die "seit über 130 Jahren" aktiv ist. Wer sich für eine Solaranlage von WWZ interessiert, kauft also nicht bei einem reinen Installationsbetrieb, sondern bei einer über ein Jahrhundert alten regionalen Versorgungsgruppe mit Sitz an der Chollerstrasse 24 in 6300 Zug.
Für das eigentliche Photovoltaikgeschäft verweist WWZ auf die Kollegen von Solarmacher. Auf ihrer Seite beschreibt sich die Gruppe als Wegweiser für Immobilienbesitzer, die eine PV-Anlage installieren möchten: Man zeige, was zu beachten sei, während die Profis von Solarmacher den Bau der massgeschneiderten Anlage von A bis Z planen und koordinieren. Das ist mehr als reine Beratung. Nach der Auftragsvergabe übernehmen die Fachleute laut WWZ die Detailplanung, die Terminkoordination, die Installation der Photovoltaikanlage selbst, den Netzanschluss samt Anmeldung beim Stromversorger sowie die Inbetriebnahme und Übergabe der Anlage. Am Ende erhält der Kunde die Unterlagen für Fördergelder, Garantien und Hinweise zur optimalen Nutzung. Solarmacher plant und koordiniert eine Anlage also nicht nur, sondern baut sie im Auftrag auch tatsächlich.
Der Weg zur eigenen Anlage
WWZ gliedert den Prozess in 6 Schritte, die auf der Website einzeln erklärt werden. Zuerst steht die Eignungsprüfung: Ausrichtung und Neigung des Dachs, dessen Zustand, mögliche Verschattung durch Bäume, Kamine oder Nachbargebäude, die nutzbare Dachfläche und die Frage, ob eine reine Stromanlage (Photovoltaik), eine Wärmelösung (Solarthermie) oder eine Kombination sinnvoll ist. Zweitens wird der eigene Stromverbrauch analysiert, drittens werden Offerten eingeholt und verglichen. Erst danach folgt die Finanzierung: WWZ nennt vier Fördertöpfe, die ein Käufer prüfen sollte, die Einmalvergütung des Bundes über Pronovo, kantonale Förderbeiträge des Kantons Zug etwa für Batteriespeicher und effiziente Systeme, kommunale Förderprogramme sowie Steuerabzüge für Investitionen in erneuerbare Energien. Konkrete Frankenbeträge nennt die Seite dabei nirgends, wer wissen will, wie viel eine Massnahme tatsächlich einbringt, muss die verlinkten Seiten von Kanton und Gemeinde selbst prüfen. Fünftens klärt WWZ, ob ein Melde- oder ein Baubewilligungsverfahren nötig ist, inklusive Verweis auf das kantonale "Merkblatt Solaranlagen". Erst im sechsten Schritt wird der Auftrag vergeben und die Installation gestartet.
Was die Seite an Zahlen liefert, ist eher allgemeine Aufklärung als ein WWZ-spezifisches Versprechen für die eigene Anlage. Eine ideal ausgelegte Solaranlage soll jährlich rund 30 Prozent und mehr der Stromkosten einsparen können, die Lebensdauer einer Anlage wird mit 25 bis 30 Jahren angegeben, und die meisten Hersteller gewähren laut WWZ mindestens 20 Jahre Leistungsgarantie. Das sind Branchenangaben, keine Zusagen für ein konkretes Dach, und WWZ nennt weder eine kWp-Grössenordnung noch einen Investitionsbetrag für ein typisches Haus im Kanton Zug. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, wobei der Einspeisetarif laut Website je nach Anbieter variiert, oder alternativ innerhalb einer Eigenverbrauchsgemeinschaft beziehungsweise einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) zu besseren Konditionen verkauft. Wer den Eigenverbrauch weiter steigern will, wird auf Massnahmen wie einen Batteriespeicher oder ein Energiemanagementsystem verwiesen.
Was WWZ von einem reinen Solarbetrieb unterscheidet
Genau hier zeigt sich der Vorteil einer Gruppe, die neben Solar auch Netz- und Speicherthemen betreibt. WWZ bindet Batteriespeicher an den Schweizer Regelenergiemarkt an und bewirtschaftet sie für die Kundschaft, mit dem Versprechen "kein Aufwand, transparente Erlöse". Für jemanden, der ohnehin eine PV-Anlage mit Speicher plant, ist das ein Anschlussgeschäft, das ein reiner Installationsbetrieb ohne eigenen Netzzugang nicht anbieten kann. WWZ betreibt zudem eine eigene öffentliche Beleuchtung für Gemeinden, plant, modernisiert und betreibt Beleuchtungslösungen, was zwar nichts mit privaten Solaranlagen zu tun hat, aber zeigt, in welchem Massstab die Gruppe im Kanton Zug tätig ist.
Zum Portfolio gehören ausserdem Fernwärme und -kälte sowie Glasfaserinternet, beides unter dem eigenen Dach. WWZ betreibt in der Region 3 Wärme- und Kälteverbunde: Circulago versorgt Stadt Zug und Baar-Süd, der Wärmeverbund Ennetsee nutzt im Endausbau die Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage Renergia, und der Verbund Steinhausen speist aus einer eigenen Energiezentrale. Bei der Fernkälte wird Wasser mit 4 bis 6 Grad durch Leitungen zu den Gebäuden geführt und über Wärmetauscher genutzt. Die Website vergleicht die Lebensdauer direkt: Eine Wärmepumpe hält demnach etwa 15 Jahre, während ein Fernwärmeanschluss zeitlich unbegrenzt und ohne weitere Investitionen genutzt werden kann. Wer eine Solaranlage plant und gleichzeitig über eine neue Heizung nachdenkt, kann beides bei derselben Gruppe anfragen, muss es aber nicht.
Das Telekomgeschäft läuft unter der Marke Blizz. Aktuell (Angebot gültig bis 31. Oktober 2026) kosten alle 4 Glasfaser-Abos, von 100 Mbit/s bis 10 Gbit/s, während der ersten 24 Monate pauschal 39.90 Franken im Monat, regulär liegen die Preise je nach Stufe zwischen 55.90 und 85.90 Franken. Die Mindestvertragsdauer für dieses Angebot beträgt ebenfalls 24 Monate, ein Wechsel auf ein günstigeres Abo ist in dieser Zeit nicht möglich. Ausserhalb von Aktionen gibt es laut den FAQ auf der Seite in der Regel keine Mindestvertragsdauer für ein Blizz-Abo. Das ist kein Grund, WWZ als Solaranbieter zu wählen, aber ein Kunde, der ohnehin Strom, Wasser und Internet bei einem einzigen Anbieter bündeln möchte, findet hier alles unter einem Dach.
Wer WWZ als Solaranbieter wählen sollte
WWZ ist eine Holdinggesellschaft im Besitz von rund 5'000 privaten Aktionärinnen und Aktionären, wobei rund ein Drittel des Aktienkapitals bei der öffentlichen Hand liegt. Die Gruppe beschäftigt über 550 Mitarbeitende. Diese Grösse und die Geschichte seit 1892 sprechen für finanzielle Stabilität und dafür, dass die Firma in zwanzig Jahren noch für Garantiefälle ansprechbar sein dürfte, ein Punkt, der bei einer Investition mit 25 bis 30 Jahren Nutzungsdauer nicht nebensächlich ist. Der Nachteil: WWZ selbst ist nicht der Installationsbetrieb, sondern verweist auf die Kollegen von Solarmacher, und wer konkrete Preise oder eine Beispielrechnung für eine bestimmte Dachgrösse sehen möchte, findet auf der Website keine, sondern muss über den sechsstufigen Prozess erst eine Offerte einholen.
Am besten passt WWZ zu Eigentümerinnen und Eigentümern im Kanton Zug und den umliegenden Gebieten, die eine PV-Anlage bei einem etablierten, seit über 130 Jahren ansässigen regionalen Versorger planen wollen und dabei offen dafür sind, im gleichen Aufwasch auch Fernwärme, Glasfaserinternet oder die Vermarktung eines Batteriespeichers zu prüfen. Wer ausschliesslich eine schnelle, unabhängige PV-Offerte ohne weitere Kundenbeziehung sucht, kann diese über die sechs Schritte trotzdem einholen, verzichtet dann aber auf den Grossteil dessen, was WWZ als Gruppe von einem reinen Solarinstallateur unterscheidet.