zugsolar
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zugsolar wirbt mit einem Versprechen, das die meisten Mitbewerber in der Region so nicht machen: "Garantiert die beste Solar-Anlage: Maximale Auslegung und Leistung, die neue Solaranlage in 6 Wochen." Die Firma tritt unter dem Namen zugsolar auf, rechtlich ist sie Teil der SH Global Holding AG mit Sitz in Hünenberg. Auf ihrer Website führt sie sich zudem als Mitglied bei swissolar, dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie. Beide Angaben stehen wortwörtlich so auf der Seite und halten der Prüfung stand.
Was man bekommt
zugsolar beschreibt den Ablauf in 6 benannten Schritten: Beratung (meist zuerst per E-Mail oder Telefon, dann vor Ort), Planung (Auswahl der Solarpanels, des Wechselrichters und der Netzanbindung, inklusive Baumeldung), Installation & Inbetriebnahme, Anleitung & Dokumentation (inklusive Prüfprotokollen und Zähleraustausch), Wartung & Unterhalt sowie ein abschliessender Schritt, den die Firma "Profitieren & Entspannen" nennt. Die Firma positioniert sich sowohl für private Hauseigentümer als auch für gewerbliche Liegenschaften, nicht nur für Einfamilienhäuser.
Zur Wartung schreibt zugsolar, eine Solaranlage brauche in der Regel kaum Pflege, weil Regen und Schnee sie selbst reinigen, gelegentliche Verschmutzung oder Moos übernehme die Firma bei Bedarf selbst. In der FAQ beantwortet zugsolar auch praktische Anschlussfragen: Ein Elektroauto lässt sich über spezielle, für den Betrieb mit einer Photovoltaikanlage konzipierte Ladestationen laden, und ein sogenannter Generatoranschlusskasten schützt die Liegenschaft vor Überspannung. Zur Vergütung heisst es allgemein, der nicht selbst verbrauchte Solarstrom fliesse über den neuen Zähler zurück ins Netz und werde vergütet, dazu kämen laut Website eine Förderung von Gemeinde und Bund sowie eine Steuerersparnis, ohne dass die Seite dafür Beträge nennt.
Was stattfindet: konkrete Referenzprojekte statt Stockfotos
Anders als viele Solarfirmen mit reinen Stimmungsbildern zeigt zugsolar auf seiner Projekte-Seite eine Liste zuletzt realisierter Anlagen mit Ort, Panelzahl und Leistung: eine Anlage in Goldau mit 45 Panels und 20.03 kWp, eine in Obfelden mit 23 Panels und 10.24 kWp, eine in Unterägeri mit 24 Panels und 10.32 kWp, 2 in Hünenberg mit 51 Panels (21.17 kWp) beziehungsweise 35 Panels (15.05 kWp), eine in Egolzwil mit 39 Panels und 16.19 kWp sowie eine in Cham mit 55 Panels und 22.83 kWp. Die Firma schreibt selbst, die Liste sei nicht abschliessend und werde aus Zeitgründen nicht laufend nachgeführt. Zum Einsatzgebiet erklärt zugsolar, ursprünglich im Kanton Zug und der Zentralschweiz tätig gewesen zu sein, mittlerweile aber auch von Schwyz bis Zürich Aufträge anzunehmen.
Die Komponenten, die verbaut werden
Bei den Produkten nennt zugsolar konkrete Markennamen statt nur "hochwertige Komponenten" zu versprechen: SolarEdge liefert Leistungsoptimierer und Wechselrichter, Trina Solar die Module der Vertex-S-Serie, die laut Produktseite den red dot award 2022 gewonnen haben, und K2 Systems die Unterkonstruktion, ein Anbieter, der laut derselben Seite seit 2004 Montagesysteme für Photovoltaikanlagen entwickelt. Das ist eine Zulieferer-Angabe von K2 selbst, nicht ein Gründungsjahr von zugsolar.
Was es kostet, und was die FAQ zur Rentabilität sagt
Einen Katalogpreis nennt zugsolar nirgends. Die Website erklärt ausdrücklich: "Die Kosten einer Photovoltaikanlage hängen vor Allem von der Grösse der Anlage, des Daches, der Bedachung sowie von den Komponenten ab. Grundsätzlich wird jede Solaranlage für Sie individuell geplant." Auf der FAQ-Seite findet sich dafür eine auffällige Zahl zur Rentabilität: "Durch die immer steigenden Strompreise sind Photovoltaikanlagen heute bereits nach 6 Jahren amortisiert." Wie diese Zahl zustande kommt, welche Anlagengrösse oder welcher Strompreis ihr zugrunde liegt, erklärt die Seite nicht, die 6 Jahre stehen unbelegt neben der sonst so betonten Individualität jedes Projekts. Wer sich auf diese Zahl verlassen will, sollte sie sich für die eigene Anlage schriftlich bestätigen lassen, statt sie als Standardwert zu übernehmen. Die FAQ nennt daneben handfestere technische Angaben: eine Lebenserwartung der Module von 45 Jahren und mehr, Hagelresistenz der Klasse 4, sowie eine Wechselrichter-Lebensdauer von mindestens 25 Jahren.
Argumente, die auf der Startseite stehen
Auf der Startseite wirbt zugsolar mit 4 Nutzenversprechen: geringere Stromkosten durch Eigenverbrauch und die vom E-Werk gezahlte Vergütung für eingespiesenen Überschuss, ein höherer Immobilienwert samt steuerlichen Vorteilen, staatliche Fördergelder sowie ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Bei den Fördergeldern verweist die Firma auf Pronovo, die Vollzugsstelle des Bundes für die Photovoltaik-Förderung, und ergänzt, dass es zusätzlich Förderprogramme einzelner Kantone, Gemeinden und Energieversorger gebe, ohne selbst Beträge zu nennen. Eine weitere Aussage sticht heraus: Wer als Eigenheimbesitzer Solarpanels auf dem Dach hat, dürfe den Strom sogar an den eigenen Nachbarn weiterverkaufen. Auch dafür fehlt eine nähere Erklärung, welches rechtliche Modell dahintersteckt, sie steht als blosse Behauptung neben den übrigen Vorteilen.
Ein ehrlicher Wermutstropfen
Auf mehreren Unterseiten, darunter Dienstleistungen, Über Zugsolar und Produkte, stehen unterhalb der eigentlichen Kosten-Sektion noch 4 Zeilen lateinischer Platzhaltertext ("Sed ut risus ut arcu vehicula tincidunt" und ähnliche Lorem-Ipsum-Sätze), die offensichtlich nie durch echten Inhalt ersetzt wurden. Das ändert nichts an den geprüften Fakten, zeigt aber, dass die Website an einzelnen Stellen nicht ganz fertiggestellt wirkt, ein Detail, das man von einer Firma erwarten würde, die mit maximaler Auslegung und Leistung wirbt.
Für wen sich das eignet
zugsolar passt zu Eigentümern in der Region Zug und Zentralschweiz, die Wert auf einen dokumentierten Leistungsumfang legen und lieber eine Liste realer Referenzanlagen mit Panelzahl und kWp sehen wollen als allgemeine Werbeversprechen. Wer sich auf eine bestimmte Amortisationszeit verlassen will, sollte die 6-Jahre-Angabe aus der FAQ für das eigene Dach nachrechnen lassen, bevor er sie in seine Finanzplanung übernimmt. Wer stattdessen einen etablierten Markennamen bei den Komponenten sucht, findet mit SolarEdge, Trina Solar und K2 Systems 3 bekannte Zulieferer, keine unbekannten Billigmarken. Das 6-Wochen-Versprechen und die swissolar-Mitgliedschaft halten beide der Prüfung stand, und die Kombination aus dokumentierten Referenzprojekten und benannten Markenkomponenten macht zugsolar zu einer nachvollziehbaren Wahl für die Region, auch wenn ein Anruf zur Klärung der tatsächlichen Kosten unumgänglich bleibt.
Unter dem Strich überzeugt bei zugsolar weniger die Werbesprache als die Belegbarkeit: 7 konkrete Referenzanlagen mit Ort, Panelzahl und kWp-Leistung, 3 namentlich genannte Markenlieferanten und eine transparent formulierte Absage an feste Katalogpreise sind mehr, als viele regionale Anbieter auf ihrer Website zeigen. Wer jedoch eine belastbare Amortisationsrechnung für das eigene Dach braucht, bekommt sie nicht online, sondern erst im persönlichen Gespräch vor Ort, und genau dort sollte man die 6-Jahre-Zahl aus der FAQ zuerst hinterfragen, bevor man sie in eine langfristige Investitionsentscheidung für die eigene Liegenschaft einfliessen lässt. Ein Anruf unter der auf jeder Seite wiederholten Nummer kostet wenig und klärt genau die Fragen, die das Formular alleine offenlässt.